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Karl von Hase war die führende Gestalt der Theologischen Fakultät und einer der maßgeblichen Repräsentanten der Universität Jena im 19. Jahrhundert. Angeregt von der Romantik und Gedanken des deutschen Idealismus entwickelte er ein eigen geprägtes Verständnis von Kirchengeschichtsschreibung und gehörte zu den bedeutendsten Kirchenhistorikern seiner Zeit.
Als Hase im Juli 1830 als junger Theologieprofessor nach Jena kam, blickte er auf eine bewegte Jugend zurück. Am 25. August 1800 im sächsischen Niedersteinbach geboren, bezog er im Jahr 1818 die Universität Leipzig. Sein Engagement bei der Burschenschaft in Leipzig und Erlangen führte zu einem Verweis von beiden Universitäten. Nach bestandenem Examen habilitierte er sich 1823 in Tübingen und begann dort seine neutestamentliche und dogmatische Lehrtätigkeit.Unterbrochen wurde die begonnene akademische Laufbahn durch eine fast einjährige Haftstrafe, die er wiederum wegen burschenschaftlicher Aktivitäten zu verbüßen hatte. Er lebte danach in Dresden und ab Oktober 1826 in Leipzig. Hier habilitierte Hase sich vor der Theologischen Fakultät und war seit 1828 außerordentlicher Professor der Philosophie. Hase war zunehmend literarisch tätig, vor allem als produktiver Lehrbuchautor. Zu nennen sind sein "Lehrbuch der evangelischen Dogmatik" (bereits 1826 erschienen), das dogmatische Repetitorium "Hutterus redivivus" (1829) sowie ein "Leben Jesu" (1829). Im September 1829 nahm er den Ruf auf eine außerordentliche Professur der Theologie an die Universität Jena an.
Von Juli 1830 bis zu seinem Tode 1890 wirkte Hase in Jena und entfaltete hier eine breite Tätigkeit als Lehrer und Forscher. 1834 erschien seine "Kirchengeschichte. Lehrbuch für academische Vorlesungen", die Hases Bekanntheit als Kirchenhistoriker begründete. Alle Lehrbücher Hases sind in hoher Auflagenzahl gedruckt worden, allein die "Kirchengeschichte" hat 12 Auflagen erlebt. Hase entwickelte sich zu der überragenden Figur der Theologischen Fakultät, die er jahrzehntelang inhaltlich und durch personelle Entscheidungen prägte. Hase nahm eine liberale Position ein, wollte sich selbst allerdings in keine theologische Schulrichtung einordnen. Für ihn prägend waren Schleiermacher und Herder, die er seine "theologischen Heiligen" nannte. Hase führte seine literarisch produktive Tätigkeit bis ins hohe Alter fort und ergänzte sein Oeuvre u. a. um eine Reihe historischer Monographien zu Gestalten der Kirchengeschichte und ein "Handbuch der protestantischen Polemik gegen die römisch-katholische Kirche" (1862). Generationen von Theologiestudenten sind durch seine Lehrbücher geprägt worden.Die zweite Hälfte seines Lebens brachte für Hase auch eine zunehmende gesellschaftliche Anerkennung. Auch international fand er große Beachtung. Unter seinen zahlreichen Ehrungen und Abzeichen ist besonders der ihm 1880 verliehene Adel hervorzuheben.
![]() Von seinem akademischen Lehramt trat Hase im Juli 1883 aus Altersgründen zurück. Am 3. Januar 1890 starb er nach kurzer Krankheit in Jena und wurde am 6. Januar beerdigt. Das Grabmals Hases und seiner Frau Pauline, mit einem Portraitmedaillon geschmückt, befindet sich auf dem heutigen Jenaer Johannisfriedhof. Seine Büste steht am Fürstengraben, sein Porträt hängt in der Aula der Universität.
Werke Hases
Hases Schriften sind fast vollständig in den von seinen Söhnen und Schülern herausgegebenen "Gesammelten Werken" (1890-1893) erschienen:
von HASE, Karl: Gesammelte Werke/hrsg. von Gustav Frank; Karl Alfred von Hase; Oskar von Hase; Gustav Krüger. 12 Bde in 24 Halbbde. Leipzig 1890-1893. Besonders lesenswert ist die Autobiographie "Ideale und Irrthümer" (GW; 11,1), in der Hase seine Jugendzeit bis zum 30. Lebensjahr reizvoll schildert. Eine spannende Lektüre, der man sich kaum entziehen kann!JAEGER, Bernd: Karl von Hase als Dogmatiker, 201-222. Literatur über Hase (Auswahl)
Magdalena Herbst
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